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Doppelausstellung: Lawinen - Der weiße
Tod.
Kunstforum Montafon (kuratiert von Roland
Haas):
Lawinen
11. Jänner - 1. Februar 2004
Ausstellungsgespräch mit Roland Haas: Freitag, 23.
01. 2004, 20.00 Uhr
Montafoner Heimatmuseum Schruns:
Der weiße Tod - Das Lawinenunglück vom 11. Jänner
1954
11. Jänner - 17. April 2004
Öffnungszeiten:
Dienstag-Samstag, 16-18 Uhr (Heimatmuseum)
Dienstag-Samstag, 17-19 Uhr (Kunstforum)

Das Bild zeigt Roland Haas in der Ausstellung,
im Hintergrund sind die Fotoarbeiten mit Ulrich Gansert
"Hochjoch - Spiegelung", rechts die Bilder "Aus-Apern"
zu sehen.
VOM WEISSEN TOD - 50 JAHRE DANACH
Im Jänner 1954 war die große Lawinenkatastrophe
am Bartholomäberg. Das Heimatmuseum zeigt in seiner
Winterausstellung eine neu aufgearbeitete Dokumentation
darüber. Das KFM reagiert in seiner Ausstellung darauf
mit zeitgenössischer bildender Kunst.
Während am Gedenktag in Blons im Großen Walsertal
eine intime Trauerfeier stattfand, wurden in Schruns zwei
Ausstellungen gleichzeitig eröffnet. Unter dem Titel
"Der weiße Tod - Das Lawinenunglück vom
11. Jänner 1954" werden die schrecklichen Tage
dokumentiert: Im Jänner 1954 versank Vorarlberg innert
weniger Tage im Schnee. Am 11. Jänner 1954 ereigneten
sich verheerende Lawinenunglücke, die vornehmlich im
Großen Walsertal, im Bregenzerwald und im Montafon
unzählige Menschenleben forderten.
Die Ausstellung im Montafoner Heimatmuseum in Schruns gedenkt
der Ereignisse, in dem sie die Lawinenabgänge von Bartholomäberg
und Schruns in den Mittelpunkt rückt. Das Geschehen
wird anhand der Erinnerung einer vom Unglück schwer
getroffenen Person dargestellt. Zeitzeugenberichte vermitteln
ein erschütterndes Dokument jenes Tages, der inzwischen
50 Jahre zurückliegt und eine Zäsur im Leben der
betroffenen Montafoner Familien bedeutete - eine Zäsur
in ein Leben vor und nach der großen Lawine.
Die Dokumentation zum Lawinenunglück vom 11. Jänner
1954 wird auch im Rahmen der Montafoner Schriftenreihe Nr.
11 publiziert.
Zeitgleich eröffnete das Kunstforum Montafon eine
Schau zeitgenössischer Werke zum Thema Lawinen. Es
gibt nicht viele bildende Künstler, die sich heute
mit dem weißen Tod beschäftigen. So umfasst das
Konzept eine breit gefächerte künstlerische Auseinandersetzung
zu diesem Thema, vom dichten Schneetreiben, über das
Ereignis selbst, die Zerstörung und die damit verbundene
Trauerarbeit, das Aus-Apern, die Auswirkungen auf Flora
und Fauna - bis hin zu den schützenden Baumaßnahmen,
Lawinengalerien und -verbauungen.
Auffallend dabei ist, dass eines der Hauptmotive die Ästhetisierung
des Destruktiven darstellt, wenngleich in völlig unterschiedlichen
Ansätzen: während Sven Kroners riesige Acrylgemälde
eine durchaus ironische Komponente besitzen, ist Othmar
Eders Arbeit von großer Zartheit und Sensibilität
geprägt.
Gilgi Guggenheim entnimmt Katastrophenfilmen aus Hollywood
wie "The Perfect Storm" oder "Vertical Limit"
die künstlich animierten Naturdarstellungen und Naturgewalten,
aus denen sie zeitgeschichtliche Elemente wie Mensch oder
Helikopter eliminiert. "Meine Bilder wollen sich so
nahe wie möglich an den Ort des Geschehens bewegen,"
so Guggenheim, "bedienen sich dafür aber des Nichtauthentischen,
x-fach Überarbeiteten, der Animation. Somit reihen
sie sich in die Gliederkette der Überlieferung ein
und gleichen sich der Ebene früherer Informationsbeschaffung
an."
Wie Trauerarbeit künstlerisch umgesetzt werden kann,
zeigt der aus Galtür stammende Arthur Salner, der für
das Alpinarium ein Tryptichon mit dem Titel "Memento"
geschaffen hat. In die Lawinenausstellung bringt er Skizzen
aus seinen "Konzept - Büchern" zum Gedenkbild
und gibt dadurch einen Einblick in die Intensität seiner
Auseinandersetzung.
Michael Mittermayer nimmt eine naturwissenschaftliche Aussage
zum Anlass für seine vierundsechzigteilige Grafikserie:
"Für einzelne Bäume und Tiere sind Lawinen
fatal. Aber für die Natur insgesamt bewirken sie eine
neue Dynamik, indem sie neue Standortbedingungen schaffen".
Margeritha Spiluttini zeigt in ihren perfekten schwarzweiß
- Fotografien Lawinengalerien: "Ich komme ja aus einer
gebirgigen Gegend, in der auch ein hohes Maß an Bedrohung
da ist. Mitschüler von mir sind in Lawinen ums Leben
gekommen, andere haben ihre Häuser durch Muren verloren.
Gleichzeitig war und bin ich von der Schönheit der
Alpen sehr beeindruckt."
Eine andere Art des Lawinenschutzes bearbeiten das Duo Gansert/Haas
in ihren Fotografien, wenn sie in das Labyrinth von stählernen
Rechen noch Spiegel platzieren und damit den unwirklichen
Charakter der Szenerie verdoppeln.
Und Roland Haas' "Ausapern" - Bilder erhalten
in diesem Zusammenhang einen dramatischeren Beigeschmack,
wenn man sich vorstellt, was im Frühling in einem Lawinenkegel
ausapern könnte...
Weitere Beiträge in dieser spannenden und außergewöhnlichen
Schau stammen von Armin Pramstaller, Hannes Franz, Martin
Walch und Martin Eiter.
Mit der Ausstellung "Lawinen" setzt das Kunstforum
Montafon einen weiteren Meilenstein in Bezug auf Qualität,
Aktualität und Relevanz im kulturellen Schaffen. Zur
Ausstellung erscheint ein Katalog.
Mit freundlicher Unterstützung von:
Land Vorarlberg
Stand Montafon
Gemeinde Schruns
Wildbach- und Lawinenverbau
Alpinarium Galtür
GEOGNOS - Geologie DDr. Bertle
GEOTEK Dönz Mähr GmbH
Stahl Bau Martin
Wucher Helikopter
Sohler Trans + Kran
Vorarlberger Illwerke AG
WILU Wieser Peter GmbH
Zech Kies
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